me and my network

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Basically, I will look at how Computers can help us with managing our ever growing networks of friends.
I will try to make use of models from mathematical-sociologic network theories and apply them to subject-related, private areas (my network and I). The thesis of social objects will be part of this effort as alternative or addition.
Special attention will be given to the process of operationalisation which converts interpersonal interactions into machine readable numbers. Which actions have to be considered and which parameters are used in this process? At the end of such an automated analysis a computer will have an image of our social relationships available. These considerations will be worked out as applications in the practical part of my Master’s project.
The use of new technologies to organise inter-personal relationships will change them inevitably: But do we transfer the responsibility for our social lives to algorithmic machines in the end? Possible consequences and alternatives have to be taken into account.

In-depth description (german only so far)

Obwohl Netzwerke (ganz allgemein) kein neues Forschungsobjekt sind, sind sie in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit durch unseren alltäglichen Umgang mit dem Internet in den letzten Jahren in den Vordergrund gerückt. Auch die Wissenschaft fand mit dem Internet ein hervoragendes Studienobjekt und entwickelte dazu einige neue Modelle und Paradigmen (z.B. Skalenfreie Netze und long tail phenomena). Die immer einfachere Kommunikation über das Internet ließ uns auch mit weit verstreuten Menschen in Kontakt bleiben und machte die Metapher vom sozialen Netzwerk plastisch vorstellbar. Wie spätestens die Erfolge von social networking websites (Xing, StudiVZ) zeigen, beeinflussen diese Ideen inzwischen den Alltag breiter Bevölkerungsschichten.

Im Vergleich zu diesem Blick auf die vernetzte Gesellschaft als Ganzes möchte ich mich auf die persönliche und private Perspektive beschränken, auf den einzelnen Knoten also, den Mikro-Bereich eines jeden Netzwerks. Neben soziologischen (Woran wird soziale Nähe festgemacht? Wie bilden sich meine Freundeskreise?) werden damit psychologische Fragen (Welche Bedeutung habe meine Kontakt für meine Identität? Mit welchen Gruppen pflege ich welchen Umgang?) aufgeworfen. Bekannten Theorien und Modelle wie strong and weak ties und hubs sollen auf den persönlichen Bereich angewandt werden und damit Widersprüche und Gemeinsamkeiten zum Vorschein bringen:

  • Lassen sich kommunikative Handlungen als Verknüpfung (links) interpretieren?
  • Entwickeln sich auch persönliche Beziehungen nach der Dynamik von Netzwerken (fit get richer)?
  • Ist Sympathie ein Kriterium für die Entstehung von Knotenpunkten (hubs) und welche Entsprechung findet man für sie in egozentrischen Netzwerken?

Die Ergebnisse dieser Überlegungen sollen alternativen Ansätzen gegenübergestellt werden: Bilden sich solche Netzwerke tatsächlich zwischen Menschen aus, oder beziehen sich vielmehr mehrere Leute auf ein gemeinsames Soziales Objekt (Jyri Engeström)? Demnach besteht ein Netzwerk nicht nur aus Personen und ihren Handlungen, sondern es enthält aus Sicht des Modells den Personen gleichgestellte Objekte. Schwierigkeiten in den zuvor untersuchten Netzwerktheorien werden damit aufgedeckt und eine Kritik der Modelle möglich.

Soziale Interaktion erleben wir nur zum Teil bewusst, so dass wir uns rational damit auseinandersetzen könnten: Selbst wenn wir eine “Freundschaft” primär kühl und zweckorientiert betrachten, senden wir zusätzlich zahlreiche soziale Signale (Alex Pentland) aus. Und wir erzählen das neueste Gerücht, ohne daran zu denken, dass wir gerade Teil einer Nachrichtenlawine sind. Schon bei der Datenerhebung werden die späteren Ergebnisse einer Untersuchung beeinflusst, je nach dem, ob man die Menschen direkt nach ihrer Meinung befragt, sie beobachtet oder vorhandene Datensätze analysiert (vgl. dazu Nathan Eagle: Reality Mining Project).
Gerade weil wir diese Signale und Handlungen nicht ständig bewusst kontrollieren, verhalten wir uns nach bestimmten Mustern, die algorithmisch gefunden werden können. Auch wenn wir bei vielen kleinen Alltagshandlungen, wie einem Telefonanruf, andere Absichten hegen, tragen wir damit doch zu einer größeren Beziehung, deren Bestätigung und Verstärkung bei. Im Rahmen dieser Arbeit sollen die theoretischen und strategischen Vorbereitungen getroffen werden, um die computerbasierte Interpretation (reasoning) später praktisch umsetzen zu können. Darunter fallen z.B. die Auswahl der zu untersuchenden Parameter (wie Telefonanrufe, empfangene oder versandte emails) und auch deren Kritik: Welche möglicherweise wichtigen Aspekte lassen sich auf diese Weise nicht erfassen (z.B. Briefe und Postkarten)?

Dieser bewusst technische Ansatz soll abschließend einem kritischen Blick unterzogen werden. Welchen Einfluss haben technische Systeme bereits jetzt auf unser soziales Verhalten? Wieso publizieren wir beispielsweise unsere persönlichen Verhältnisse öffentlich auf social networking websites? Was kann man von sozial befähigten Computern erwarten? Wir laufen Gefahr einen weiterer Schritt auf dem Weg zu gläsernen Menschen zu gehen. Besondere Brisanz entsteht dadurch, dass seit kurzem die Speicherung aller Kommunikationsdaten gesetzlich verpflichtend wurde und diese Daten optimale Grundlagen zu einer Durchleuchtung der persönlichen Verhältnisse bieten.

Weitere Literatur

Albert-László Barabási: Linked

Steven Johnson: Emergence

3 Responses to me and my network

  1. Larissa:

    Theme(s) interesting as always. And I think it can be really useful to develop strategies to deal with the register of personal networks. I’m wondering how far we concretely already are in automating our inter-personal relationships. Could you make a short post on that?

  2. Hannes:

    [update] As my project advances (and my thinking, too, hopefully) I changed some points in the text. Emergent phenomena became less relevant, but privacy moved in at the end.

  3. Hannes:

    Hi Larissa

    the “how far” depends on your perspective, I think. If you use your computer to remind you of birthdays (and to write a small email in these occasions) we went quite a distance towards social computers. A lot of our communication (i.e. social interaction) has become computer mediated nowadays. Acitivity Streams (Twitter, Jaiku) are just a more recent example.
    But actual “understanding” of social relations still seems to be quite limited: sorting your address book by relevance is out of reach of today’s computers (I think).